O – Vertrauen, Verführung, Verrat (O, 2001, USA)

17.07.2012

Drama
Autor: William Shakespeare
Regie: Tim Blake Nelson
Star: Julia Stiles

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O

Die meisten Shakespeare-Versetzungen in moderne Zeit (die beste: Romeo + Juliet von Baz Luhrmann, aber auch 10 Things I Hate About You von Gil Junger und Hamlet von Michael Almereyda) wirken etwas gekünstelt: Die Geschichte muss so verlaufen, weil der große Dichter sie so geschrieben hat, auch wenn sie heute eigentlich anders verlaufen würde. Wer O anschaut, sollte das Original kennen oder zumindest Othello the Moor of Venice von Orson Welles gesehen haben, und dann ist die Genialität der Regie von Tim Blake Nelson sichtbar: Er hat mit Erfolg die mittelalterlichen Motive in ein heutiges College-Setting adaptiert: Rassismus, Eifersucht, Ehrgeiz, Vaterkomplex. Alleine die Brutalität widerspricht dem Zeitgeist, mit der aus verständlichen Motiven uneinsichtig Morde angezettelt werden können. Einzelne Mörder (oder Mordwillige) mögen auf dem Campus auftauchen, aber eine ganze Reihe von Studenten, die dazu bereit sind – das war nur zu Shakespeare’s Zeiten möglich.

Meine Bewertung auf der Skala zwischen 1 und 9:

8


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