Marokko (Morocco, 1930, USA)

12.09.2012

Drama
Regie: Josef von Sternberg ("Der blaue Engel")
Stars: Marlene Dietrich ("Der blaue Engel", "Urteil von Nürnberg", "Engel der Gejagten"), Gary Cooper
Edition: Süddeutsche Zeitung Cinemathek 19

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Morocco

Großes Kino. Großartig gespielt. Der Sieg der großen Liebe, im kitschigsten Sinne des Wortes. Na ja, 1930 war das großes Kino. Und die großartigen Schauspieler wie Gary Cooper und Marlene Dietrich lösen heute (zumindest in mir) schon dieses kitschige Gefühl aus. Ich habe sowieso eine ziemliche Abneigung gegen Starkult, insbesondere wenn diese Stars selbst diesen Kult spielen. Frauen, die ihre Fraulichkeit dermaßen ausspielen, wie damals Mode war (und auch heute auf eine andere Weise ist), haben in mir immer schon eine starke Abneigung ausgelöst (Männer nicht, die sind mir glücklicherweise wurscht von ob Cary Grant oder Gary Cooper oder wie auch immer sie heißen, ich kann sie nicht einmal auseinanderhalten). Marlene Dietrich ist dabei Spitze. So eine bombige Frau war sie (zumindest in meinen heutigen Augen) auch wieder nicht. Besonders wenn man dessen bewusst ist, was auch ihr geworden ist.

Und doch, großartig gespielt. Irgendwie hinterlässt dieser alte Film in mir eine Spur: Ach Schade, dass das Kitsch ist und die Welt nicht so ist, dass es sich lohnen würde, für seine große Liebe alles stehen und liegen zu lassen.

Der Film liegt mir in einer erstaunlich gut restaurierten Fassung vor. Er läuft auf vier Sprachen: die Dialoge sind Großteils auf Deutsch, einige auf Französisch und Arabisch (wie es halt in Marokko gesprochen wird; diese sind dann untertitelt). Gary Cooper schreibt aber seine Nachricht an Marlene Dietrich auf Englisch auf den Spiegel: „I changed my mind – good luck“. Damals hat man in Hollywood nicht vorstellen können, dass in Marokko andere Sprachen benutzt werden. Manche Amis können das auch heute nicht.

Meine Bewertung auf der Skala zwischen 1 und 9:

7


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