Männer und Flaggen von Die Ritter des Königs (A kőszívű ember fiai, 1965, H)

11.09.2012

Drama
Autor: Jókai Mór
Regie: Várkonyi Zoltán
Stars: Páger Antal, Béres Ilona

port.hu • hu.Wikipedia

A kôszívû ember fiai

Aktueller denn je: Die Zerrissenheit einer Nation, die durch Familien und Freunde zieht. Damals (1848, „Europas Frühling“) wie heute: die Zerrissenheit zwischen Nationalismus und paneuropäischer Dazugehörigkeit. Jókai (wie wir alle seitdem, die Nachkommen der Märzjugend von 1848) feiert natürlich die Geburt der nationalen Identität. Allerdings, was im 19. Jahrhundert als fortschrittlich galt, ist im 21. rückständig. Oder wie auch immer man darüber denkt.

Jókai ist ein Romantiker. Lustig, wie er seinen Helden charakterbeschreibende Namen wie Rideghváry gibt. Die scharfe Differenzierung zwischen Guten und Bösen (nämlich den Nationalisten und Kaisertreuen) ist auch schon veraltet. Er ist aber auch modern, indem es Bekehrungen gibt: Die Bösen sehen das Gute ein und wechseln die Fronten.

Der Film ist – für seine Zeit – unglaublich aufwändig produziert. Heute kann man solche Massen nur noch am Computer simulieren, sonst wären sie unbezahlbar. Várkonyi Zoltán ist ein Meister darin, wie man Kulissen echt aussehen lässt.

Eigenartig ist jedoch, dass die Wiener Studenten, die Aufständischen gegen den Kaiser, den deutschen Trikolor als Fahne benutzen. Wikipedia behauptet, dass 1848 der österreichische Kaiser Ferdinand I. als formales Oberhaupt des Deutschen Bundes eine schwarz-rot-goldene Fahne aushängte. Im Film wird dadurch vielleicht ihre Identifikation mit den freiheitsstrebenden Ungaren mit ihrem Rot-weiß-grün dargestellt.

Das Buch habe ich als Jugendliche gelesen und den Film vor vielleicht 15 Jahren (auf einem kleinen schwarz-weißen Fernseher) gesehen. Auf die Leinwand gebeamt ist er natürlich besser.

Meine Bewertung auf der Skala zwischen 1 und 9:

7


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