22. Juli 2017

Arturo Pérez-Reverte: Die Königin des Südens

Der Name des Schriftstellers (oder besser gesagt nicht einmal Schriftstellers, eher Journalisten) kennen wir von unserer Nachbarin auf Teneriffa, in Zusammenhang mit einem aktuellen Artikel oder Kommentar. Sie hat ihn uns per WhatsApp gesendet; wir haben ihn aus Höflichkeit und Sprachübung gelesen. Später, wo wir darüber (aus demselben Grund) gesprochen haben, hat sie seine Krimis erwähnt, von denen ich einen (La Tabla de Flandes) auf Spanisch und Deutsch habe besorgen können. Unsere Sprachkenntnisse sind derzeit auf dem Niveau, dass wir lesen können, aber oft in der Übersetzung nachschauen müssen, was ein Wort, eine Wendung oder Satz bedeutet. Dann hat sich das Original doch als zu schwierig erwiesen und wir sind bei der deutschen Version geblieben, die sich schließlich aber nicht als lesenswert (und auf Facebook weiter zu empfehlen) herausgestellt hat. Aber während des Suchens bin ich über La Reina del Sur gestolpert, worauf ich aufgrund des Klappentexts nicht sofort gestürzt bin, es schließlich aber doch gelesen habe. Der Anfang ist wie der Klappentext, später wird es deutlich besser. Im Endeffekt kann ich es weiterempfehlen, selbst wenn daraus auch eine Fernsehserie mit Staffeln und so Zeug geworden ist. Das Beste aus dem Buch kam kaum in die Serie rüber: die journalistische Professionalität, mit einigen kleinen literarischen Professionalitäten durchmischt. Letztere ist zum Beispiel die Charakterentwicklung der Heldin, als sie Schritt für Schritt aus dem kleinen mexikanischen Stadtrandmädchen die Königin des Südens (Chef eines Drogenkartells) wird. Die erstere ist die Erforschung dieses erstaunlichen Prozesses, als der (Zeitungs)Schreiber in Ich-Form den (vielleicht echten) investigativen Journalismus darstellt, wie sich die einzelnen Aspekte, Geschichten, Zufälle eines nach dem anderen herausstellen und schließlich das fertige Bild entsteht: eine spannende, interessante und unterhaltsame Lektüre, auch wenn ihr Genre hohen literarischen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Die Serie werde ich jedoch nicht angucken.


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