Jack McDevitt: Seeker / Echo

Lesen ist immer zu einer Überraschung gut. Normalerweise mag ich keine Krimis, insbesondere nicht, wenn sie massenhaft in Serie geschrieben werden. Wohl aber Science Fiction, so habe ich Jack McDevitts „Seeker“ in die Hand genommen (weil es in einer Scifi-Reihe erschienen ist, in der ich schon einiges Gutes gefunden habe). Und siehe da: Weltraumkrimi und lesenswert! So sehr, dass ich dann ein zweites aus seiner Serie „Alex Benedict“ angefangen habe („Echo“), und noch besser! Richtig spannend.

Das Wichtige bei beiden ist gar nicht sehr die Kriminalgeschichte, sie führt nur durch die Galaxis in vielen Tausend Jahren: Der Mensch forscht nach seine Geschichte in verlorenen Kolonien, Hyperraumsprünge und künstliche Intelligenzen sind Selbstverständlichkeit; die ganzen Dialoge und Szenen könnten aber in einer heutigen amerikanischen Großstadt stattfinden, stellenweise lustig (vermutlich selbstparodisch), wie wenig sich der Mensch verändert hat. Aber seine Phantasie ist nachahmungswert, was es alles geben und wie es dann doch alles anders sein wird. Und der Schluss ist beide Male erstaunend : Die Auflösung der Krimi ist nur ganz nebenbei und bedeutungslos. Vielmehr überraschende menschliche Reaktionen, Charakterentwicklung und persönliche Geheimnisse kommen auf die Oberfläche. Von einem Massenschriftsteller würde man das gar nicht so erwarten. Ich bin auf der Suche nach einem nächsten Band.


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